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«Wir drehten uns im Kreis», erzählt mir Dario. Er ist Schulsozialarbeiter an der Primarschule Laufen. Als er dort startete, traf er auf grosse Herausforderungen: Beengte Räume, eine laute Umgebung und viele Kinder mit schwierigem Verhalten. «Nach einer gewissen Zeit merkten wir, was fehlt: Eine gemeinsame, lösungsorientierte Kultur.»
In der Fachgruppe aller Schulsozialarbeitenden der Stiftung Jugendsozialwerk wurde Dario fündig. Er lernte die «Giraffensprache» kennen, ein Modell aus der «Gewaltfreien Kommunikation». Die Giraffe hat ein grosses Herz mit viel Platz für Gefühle und Empathie und einen langen Hals für Weitsicht. Das Modell ist in vier Schritten aufgebaut:
Am Schluss sollen alle Kinder die Bitte des Gegenübers anhören und dann gemeinsam eine Lösung finden. Dario und seine Kollegin organisierten Workshops für alle Klassen. «Die Kinder erhalten ein Werkzeug, das ihnen hilft, anders mit Konflikten umzugehen», erklärt Dario. Erste Erfolge zeigen sich bereits: «Kinder kommen zu uns und erzählen, dass sie Konflikte in der Klasse mit der Giraffensprache gelöst haben!» Wie einfach es sein kann, Konflikte auf friedlichem Weg zu lösen. Die Kinder der Primarschule Laufen haben das gecheckt. Ob unsere Politiker und die Mächtigen dieser Welt das auch so gut umsetzen können und wollen? Ein erster Schritt ist, dass wir selbst die Giraffensprache lernen und sprechen – mit grossem Herz und Weitsicht.
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Die AutorinMirjam Jauslin ist Leiterin Kommunikation der Stiftung Jugendsozialwerk. In ihrer logotherapeutischen Beratung unterstützt sie Menschen bei Fragen zum Sinn des Lebens. Archiv
Oktober 2025
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